Nur ein Lied für Wien

Jedes Jahr im Herbst findet eines der Club- Highlights statt: der Cover Contest „Nur ein Lied für Wien“ mit eurovisionellen Stargästen und anschließender Party. Am 5. Oktober 2019 gab es eine besonders erfolgreiche Ausgabe dieses Club-Events: Souverän moderiert von unserem bezaubernden Moderationsduo Michael und Karin hatte der Abend zehn Cover Contest-Beiträge von acht talentierten TeilnehmerInnen und ein österreichisch-ungarisches Staraufgebot zu bieten.

Die Stargäste des Abends waren die Powerfrauen Getty Kaspers, die 1975 als Teil des niederländischen Gruppe Teach-In mit „Ding- A-Dong“ den Songcontest gewann – und damit neben Udo Jürgens und Conchita eine weitere österreichische ESC-Siegerin ist – und Kati Wolf, die 2011 Ungarn beim ESC vertrat, mit ihrem Song „What about my dreams“ damals eine große Fan-Favoritin war, und auch an diesem Abend wieder ihr beeindruckendes Stimmvolumen bewies.

Beide begeisterten das Publikum sowohl mit ihren Auftritten als auch mit ihrer zugänglichen und offenen Art. Während die Steirerin Getty sich mit Hingabe ihrer Rolle als Jurorin des Covercontests widmete, sang Kati Wolf für die Fans nicht nur Eurovision-Hits, sondern auch Lieder wie „Bohemian Rhapsody“, und blieb auch nach ihrem Auftritt noch eine ganze Weile, um mit den Fans zu plaudern und sogar zu tanzen.

Neben den professionellen Sängerinnen beeindruckten aber auch die TeilnehmerInnen des Cover Contests mit ihren gesanglichen Leistungen. Die Bandbreite der Lieder reichte diesmal von ruhigen Balladen (Calm after the Storm, Amor Pelos Dois, Arcade) über Uptempo-Nummern (Rhythm Inside, Zero Gravity) bis zu Partyhits (She Got Me). Dabei begeisterte unter anderem Elisabeth mit ihrer Leidenschaft bei „She Got Me“ und ihrem Sprachentalent bei „Amor Pelos Dois“, David mit seinem perfekt inszenierten und stimmlich beindruckenden Auftritt zu „Arcade“ und Karin a.k.a. Anastasia mit ihrer „Zero Gravity“, die sie – ganz ähnlich wie die Australierin beim letztjährigen ESC – mit Sternenkrone durchs Weltall schweben ließ.

Das Siegerlied des Abends war – wie beim ESC 1994 – der damalige irische Beitrag „Rock’n’Roll Kids“. Im Unterschied zu Irland, das damals bereits zum dritten Mal in Folge gewann, war dies der erste Sieg für den Cover Contest-Teilnehmer Ben, der dafür aber bei diesem Bewerb äußerst erfolgreich und selbst zwei Mal in den Top 3 vertreten war (Platz 3 ging an ein Duett von Ben mit Corina). Während sich in irischen Medien damals hartnäckig das Gerücht hielt, der Song wäre absichtlich ausgewählt worden, um nicht zu gewinnen (da eine dritte Austragung des ESC kostspielig war), war Ben jedenfalls mit Siegeswillen in den Bewerb gegangen und fieberte bei der in bester Eurovisionsmanier visualisierten Punktvergabe seiner Höchstpunktezahl des Publikums-Votings entgegen.

Dass es ganz unterschiedliche Motivationen für eine Teilnahme am Covercontest geben kann, zeigt aber ein kurzes Interview mit Alexander, der mit dem Titel „Forever“ diesmal zum ersten Mal am Wettbewerb teilnahm. „Als Jugendlicher habe ich viel gesungen und war in einer Musical-Gruppe, aber seit über 10 Jahren singe ich jetzt nicht mehr und habe mittlerweile eine Angst davor entwickelt, vor Publikum zu singen“ erzählt er uns nach seinem Auftritt. „Aber die Stimmung beim Cover Contest ist jedes Jahr so positiv und ‚umarmend‘, dass ich wusste, wenn ich noch einmal vor Publikum singen will, ist das die richtige Veranstaltung für mich. Ich wollte nicht teilnehmen um zu gewinnen, sondern nur für mich, um meine Bühnenangst zu überwinden – und ich bin sehr froh, dass ich das gemacht habe.“

Die von Alexander beschriebene ‚umarmende‘ Stimmung bei unseren Club-Events spürte wohl auch Kati Wolf, die nach einer ausgiebigen Foto-Session mit Fans schließlich selbst die Tanzfläche stürmte, als das DJ-Duo Annavision & Euromax im Anschluss an den Cover Contest die besten Eurovision Party- Songs auflegte. In goldenem Glitzerjäckchen und Regenbogen-Shirt war Kati kaum von der restlichen eurovisionellen Party-Crowd zu unterscheiden. Und während ihr Song „What about my Dreams“ so zu einem der meistgespielten Hits des Abends wurde, ging für viele Eurovisions-Fans auch gleichzeitig ein eigener kleiner Traum in Erfüllung: einmal mit einem ESC-Star feiern. Auch das gibt es an einem OGAE Abend.

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